Gewässerentwicklung


Wasser- und Naturerlebnisraum am Sippenbach

Die gesamte Maßnahme am Sippenbach wurde im Rahmen des laufenden Flurneuordnungsverfahrens mit einem öffentlichen Zuschuss in Höhe von 80 % gefördert. Unter Federführung der stellvertretenden Projektleiterin vom Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern, Christa Passek, sowie der Gemeinde Bodenkirchen, vertreten durch die Erste Bürgermeisterin Monika Maier und Melanie Ecker, wurde die Maßnahme vom Landschaftsarchitekturbüro LandSchafftRaum, vertreten durch Beatrice Schötz und Monika Thoma-Rademacher, geplant und umgesetzt. Unter der Bauoberleitung durch dieses Büro führte das Unternehmen Garten- und Landschaftsbau Kopp aus Hohenthann die Bau- und Begrünungsmaßnahmen aus. Der Landschaftspflegeverband Landshut, vertreten durch
Hr. Lermer, übernimmt zukünftig die Grünpflegarbeiten am renaturierten Gelände. Im Auftrag des Landschaftspflegeverbands versucht die Kräuterpädagogin Lisa Fleischmann die seltene Trollblume wieder am Sippenbach anzusiedeln.


Die Fläche des renaturierten Sippenbaches hat sich prächtig entwickelt und die gesetzten Ziele der natürlichen Wasserrückhaltung sowie die Reduzierung der Einträge ins Gewässer wurden erreicht. Der naturnah gestaltete Bachlauf sowie die Bepflanzung tragen erheblich zur Verbesserung des ökologischen Zustands bei.
Die geschaffene Informationstafel informiert über den Zustand unserer Fließgewässer und bringt den Bürgern die Vorteile der Renaturierungsmaßnahme für Mensch und Natur näher. Im Sommer lädt die Naturkneippanlage Jung und Alt zur Erfrischung ein. Besonders schön fügt sich der vom Bauhof errichtete Pavillon mit Tisch und Bank zum Verweilen und Brotzeitmachen ein. Bei den Kindern ist der im Frühjahr aufgestellte Kletter- und Bewegungsparcour besonders beliebt. „Und auch hier zeigten unsere Bauhof-Mitarbeiter ihr handwerkliches Geschick und Können“, lobte Frau Maier.


Frau Bürgermeisterin Maier bedankte sich bei allen Beteiligten herzlich für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit: „Die Maßnahme gilt zurecht als Vorzeigeprojekt, auf das wir auch sehr stolz sind. Es hat sich ein schönes Gesamtbild entwickelt: Naturerfahrung für Alt und Jung direkt am renaturierten Bachlauf.“


Renaturierung der Bina bei Rothenwörth

Zwischenstand im Februar 2021

Die Baggerarbeiten der Renaturierung an der Bina bei Rothenwörth wurden nun von Firma Hobmaier im Dezember erfolgreich abgeschlossen.

Aktuell sieht es ein wenig trist aus, denn die Spuren der Baggerarbeiten sind noch allgegenwärtig. Schließlich trugen die Maschinen an die 3500 Kubikmeter Erde ab.

Die Uferböschungen wurden abgeflacht, Prall- und Gleitufer ausgeformt. Zum Schutz vor weiterer Eintiefung der Bina wurden Steinschüttungen in Form von Querriegeln in das Bachbett eingebaut, um die Sohle zu stabilisieren. Dort wurden die vorhandenen Flussbausteine verwendet und zur Strukturanreicherung Wurzelstöcke eingebaut. Kiesdepots, die bei Hochwasser verlagert werden können, sorgen für dynamische Veränderungen. Dadurch soll die Eigendynamik des Gewässers gestärkt werden. Denn wo die Bäche ungehindert in Auen ausufern können, leisten sie bei heftigem Regen und Überschwemmungen einen wertvollen Beitrag zum natürlichen Hochwasserschutz durch Rückhalt auf der Fläche.

Abgestorbene Bäume im Bach, auch Totholz genannt, sind für die Strukturvielfalt und den Lebensraum besonders wichtig. Davon profitieren beispielsweise Jungfische.

Im Frühjahr werden entlang der Bina Schwarzerlen gepflanzt. Die Bäume sollen für Schatten sorgen, das Ufer sichern und das Areal strukturieren. Auf die offenen Bodenstellen kommt außerdem ein spezielles, eigens für Uferzonen gemischtes Saatgut.

Bürgermeisterin Monika Maier und Melanie Ecker vom Bauamt sind sehr dankbar, dass die beteiligten Grundstückseigentümer diese vorbildliche Renaturierungsmaßnahme ermöglicht und die Baufirma Armin Hobmaier und das Planungsbüro „LandSchafftRaum“ so gute Arbeit geleistet haben.

Den angrenzenden Grundstücksbesitzer wurden bei einer gemeinsamen Ortsbegehung die einzelnen Schritte und Planungen detailliert erklärt. Nur aufgrund der Zusage der beiden angrenzenden Grundstückseigentümer, die Uferflächen für die Renaturierungsmaßnahme bereitzustellen, kann nun die Maßnahme umgesetzt werden.

Foto: Planung Büro LandSchafftRaum, Fr. Schötz

Auf einer Länge von ca. 170 m wird die Bina ökologisch umgestaltet und damit die Voraussetzungen für eine eigendynamische Entwicklung im geplanten Bereich geschaffen, die gleichzeitig eine Abflussbremse (vorbeugender Hochwasserschutz) mit sich bringen soll. Geplant ist ein Entwicklungskorridor mit einer Breite von 15 m, in dem sich der Bach entwickeln kann. Bei den Arbeiten, werden die Ufer abgeflacht und die nicht mehr festigenden Ufersicherungen entnommen.

Foto: Siegfried Rüdenauer, Vilsbiburger Zeitung

Am Ortsrand von Rothenwörth wird zurzeit die Bina renaturiert. Der Bachlauf ist im Planungsbereich begradigt, die Ufer sind mit Steinen befestigt und es besteht die Gefahr, dass sich die Sohle der Bina noch mehr eintieft und durchbricht.


Renaturierung am Sippenbach 

Der Sippenbach ist ein linker Zufluss der Bina und verläuft vorwiegend begradigt, innerhalb land-wirtschaftlich genutzter Fläche.

Vorhabensträger für die Renaturierung sind das ALE – Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern in enger Zusammenarbeit mit der Teilnehmergemeinschaft Bodenkirchen (TG) und der Gemeinde Bodenkirchen. Als fachliche Grundlage dient das Konzept boden:ständig der Gemeinde Bodenkirchen. Vorgesehen ist eine Renaturierung des Sippenbaches mit Laufverlängerung und die Anlage einer Retentionsmulde.

Durch die Renaturierung wird eine Verzögerung des Abflusses und eine Verbesserung des ökologischen Zustandes hergestellt. Der neue Bachlauf wird naturnah gestaltet und bereits vorhandene Pflanzen werden versetzt. Im östlichen Teil des neuen Bachlaufes, in der Nähe der Altstoffsammelstelle, entsteht eine Kneipp-Anlage, die von der gesamten Bevölkerung genutzt werden kann.

IST-Zustand im September 2019 vor der Renaturierung.

Durch den Umbau auf einer Breite von 20 m erhielt der Bachlauf ein natürlich geschwungenes Bachbett mit Raum zur dynamischen Weiterentwicklung zurück. Böschungen wurden abgeflacht, Prall- und Gleitufer ausgeformt. Somit entstand eine Vielfalt verschiedenster Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Auch bzgl. Wasserrückhaltung wurden positive Effekte erzielt. Bei Starkregen oder Schneeschmelze führt der Bach kurzzeitig mehr Wasser und kann nun aufgrund der neuen Abflussverhältnisse besser ausufern. Damit wird der Abfluss verzögert und Wasser in der Fläche zurückgehalten. Dies wirkt sich positiv auf die Unterlieger am Gewässer aus.


Renaturierung der Bina in Niederaich

Anfang März 2019 wurde die Bina im Bereich Niederaich auf einer Länge von 325 Metern naturnah umgestaltet. Wo zuvor das Wasser schnurgerade floss, schlängelt sich nun die renaturierte Bina durch sanfte Windungen. Hauptziel war es, den Bachlauf wieder in einen naturnahen Zustand zu versetzen. Die Uferabflachung und Uferaufweitung ist zudem ein aktiver Beitrag zum Hochwasserschutz.


Als nächster Schritt wird eine Gras-/Kräuter-Blumen mischung mit über 30 Pflanzenarten ausgesät. Kammgras, Spitzwegerich, Schafgarbe, Wiesen-Margerite und vieles mehr sollen bald an der Bina blühen. Somit wird für viele Insekten wie Bienen und Schmetterlinge ein wichtiger Lebensraum geschaffen. Im Herbst ist eine Bepflanzung mit Schwarzerlen geplant. Die Schwarzerle ist ein standorttypischer Baum der Fließgewässer. Sie stabilisiert die Uferböschung und schützt die Gewässer mit ihrem Blätterdach vor einer zu starken Erwärmung.

Ein besonderer Dank gilt den anliegenden Grundstückseigentümern, erst durch ihre Bereitschaft konnte die Umsetzung der Maßnahme durchgeführt werden.

© Gemeinde Bodenkirchen.